Kleine Anfrage Wird die Landesregierung die Forderung des Kreistags Lüchow-Dannenberg nach Stopp des Ausbaus der B 248 im Abschnitt Grabow–Lüchow unterstützen?

Der Kreistag Lüchow-Dannenberg hat in seiner Sitzung am 24.01.2022 folgenden Beschluss gefasst:

„Der Landkreis Lüchow- Dannenberg fordert das Land Niedersachsen auf, das Planfeststellungsverfahren zum dreispurigen Ausbau der B 248 zwischen Lüchow und Grabow abzubrechen und keine weiteren Ausbaumaßnahmen in diesem Bereich zu planen. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg fordert den Bund auf, diese Ausbaumaßnahme aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen.“

Als Begründung führt der Kreistag aus:

„Ziel der ursprünglichen Planung zum Ausbau der B 248 war eine Verkürzung der Fahrzeit. Auf der Strecke zwischen Lüchow und Grabow würde diese aufgrund der kurzen Beschleunigungsabschnitte nur wenige Sekunden betragen. Am inzwischen geplanten Kreisel auf der Höhe Lüsen (der für die Anbindung nach Lüsen notwendig wäre) müssen Verkehrsteilnehmer abbremsen und das Tempo deutlich verlangsamen. Durch das Abbremsen würde der schon nur geringe Zeitgewinn verloren gehen. Auf die gesamte Strecke ist möglicherweise sogar eine etwas längere Fahrzeit zu erwarten. Damit verfehlt die ursprüngliche Planung klar ihr Ziel. Darüber hinaus bringt der geplante Ausbau Verschlechterungen im Bereich Erreichbarkeit von Dörfern und im ÖPNV mit sich: Die Erreichbarkeit der anliegenden Dörfer würde durch große Umwege deutlich verschlechtert. Aufgrund der wegfallenden Zufahrten zur B 248 wird es zu einer deutlichen Verkehrszunahme in den Dörfern durch Busse und Pkw kommen, für die die Dorfstraßen nicht ausgerichtet sind. Die Fahrzeiten des Bus- und Schülerverkehrs würden sich durch den Wegfall von Haltestellen auf der B 248 (Beschleunigungsabschnitt) und den dadurch notwendigen Umweg stark erhöhen, was zu erheblichen Mehrkosten und Attraktivitätsverlust führt. Des Weiteren sind für die lokale Wirtschaft keine Vorteile zu erwarten. Die heimischen Unternehmen werden von dem theoretischen Zeitgewinn von wenigen Sekunden aufgrund der Baumaßnahme nicht profitieren, aber der Schwerlast-Transitverkehr mit den bekannten Folgeschäden deutlich zunehmen. Viele Grundstückseigentümer müssten enteignet werden, was eine starke Belastung für die hiesigen Landwirte bedeuten würde. Auch die negativen Folgen für Natur und Klima müssen beachtet werden. Der dreispurige Ausbau der B 248 zwischen Lüchow und Grabow würde zu massiven Nachteilen führen, indem für die Schaffung eines Überholabschnittes über 100 Bäume gefällt werden müssten. Die bergauf geplanten Überholabschnitte würden zu einer deutlichen Co2-Zunahme führen und die Unfallgefahr insbesondere vor dem Plater Kreisel stark erhöhen. Nicht zuletzt gefährdet der geplante Mehrzweckstreifen für landwirtschaftliche Fahrzeuge, Rad- und Fußgängerverkehr alle Verkehrsteilnehmer. Fazit: Vor dem Hintergrund des verfehlten Ziels einer Fahrzeitverkürzung und der zu erwartenden Nachteile für die Mobilität und Wirtschaft des Landkreises sowie für das Klima fordern wir, den B 248-Ausbau sofort zu stoppen, um gravierende Folgen für unsere Region zu verhindern!

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