Veranstaltungsbericht: Wohin soll die Reise gehen? 75 Interessierte beim verkehrspolitischen Vernetzungstreffen Mobilität

© Detlev Schulz-Hendel

Vergangenen Freitag (14.2.20) lud die niedersächschische Grüne Landtagsfraktion zum ersten verkehrspolitischen Vernetzungstreffen für kommunalpolitisch Aktive ein. Die Veranstaltung erfreute sich reger Teilnahme, lebhaften Diskussionen und insgesamt positiver Resonanz.

Nach dem fachlichen Input durch Christel Wemheuer, Erste Kreisrätin im Landkreis Göttingen und Dezernentin für Bauen, Umwelt, Nachhaltige Regionalentwicklung, Veterinärwesen und Gebäudemanagement sowie Swantje Michaelsen, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen Fraktion in der Regionsversammlung Hannover diskutierten die engagierten Teilnehmer*innen aus ganz Niedersachsen über Probleme in ihrer Region, neue Konzepte, Ideen und Strategien zur Mobilitätswende in Stadt und Land.
Redebedarf gab es unter anderem bezüglich der schlechten ÖPNV-Anbindung im ländlichen Raum und der damit verbundenen Dominanz des PKW. Außerdem wurde die Ausrichtung des städtischen Verkehrs auf das Auto beklagt. Swantje Michaelsen plädierte in ihrem leidenschaftlichen Vortrag für das Fahrrad als Fortbewegungsmittel der Zukunft, eine gerechtere Flächenverteilung zu Ungunsten des Autos in der Stadt und die Stärkung des ländlichen Raumes. Fahrräder und E-Bikes als Dienstfahrzeuge und Radschnellwege zur Anbindung des Umlands wurden dazu als geeignete Maßnahmen genannt. Zusätzlich müsste der Autoverkehr aber auch weniger attraktiv oder durch Carsharing und Bürgerbusangebote gemeinschaftlicher organisiert werden. Im Blickfeld der Diskussion waren auch die Vorschläge von Christel Wemheuer und Detlev Schulz-Hendel, das Verkehrsverbundsystem zu vereinheitlichen und im Zuge dessen Tickets zu vergünstigen. Hameln wurde hierbei als Positivbeispiel mehrfach erwähnt. Auch sollten noch vorhandene aber stillgelegte Bahnstrecken reaktiviert sowie gleichermaßen der Takt des ÖPNVs verdichtet werden.

Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und der großen Zukunftsherausforderung der Bewältigung der Klimakrise wurde in der Diskussion deutlich, dass man an einer Verbindung bzw. Kombination aller Fortbewegungsmittel arbeiten müsse. Um diese diskutierten Ziele zu erreichen, wünschen sich die Teilnehmenden weniger Bürokratie und insgesamt mehr Mut in der Politik.

Vielen Dank an die Praktikanten Felan Angelus und Jonas Großma für den Bericht.

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