Landtagsanfrage zum Zustand der Seeve Harburg: Grüne: Hindernisse für Wanderfische müssen bis 2027 beseitigt werden

De Seeve im Landkreis Harburg ist ein wichtiges Laich-Gebiet für Wanderfische, namentlich für Meerneunaugen und Flussneunaugen. Doch bislang stören Wehre und Mühlen die Wanderkorridore der Fische. Auf Anfrage der Grünen Landtagsabgeordneten Detlev Schulz-Hendel, Christian Meyer, Miriam Staudte und Imke Byl bestätigt das Land nun, dass an der Seeve höchster Handlungsbedarf besteht.

Dazu Detlev Schulz-Hendel, grüner Landtagsabgeordneter und regional zuständig für Harburg: „Die Seeve ist als hochpriorisiertes Gewässer eingestuft. Das bedeutet, dass die nötigen Maßnahmen für die Fischdurchlässigkeit spätestens bis zum Jahr 2027 umgesetzt werden müssen.“ Ziel ist das Erreichen eines guten ökologischen Zustands, wie es die europäische Wasserrahmenrichtlinie vorgibt. Dafür müssen u.a. Fischaufstiegsmöglichkeiten an der Mühle Horst sowie am Seeve-Wehr geschaffen werden. Allein für den Umbau des Seeve-Wehrs und des benachbarten Seeve-Kanal-Wehrs rechnet das Land mit Kosten von über einer Million Euro.

Schulz-Hendel zeigt sich jedoch skeptisch, ob die nötigen Maßnahmen tatsächlich bis zum Jahr 2027 umgesetzt werden: „Schon jetzt ist die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie um Jahre verzögert. Die Landesregierung will weiter am Prinzip der Freiwilligkeit festhalten. Hier braucht es endlich verbindliche Zuständigkeiten. Wo nötig müssen die erforderlichen Maßnahmen auch von den zuständigen Wasserbehörden angeordnet werden können.“

Es ist bekannt, dass neben der Klimakrise ein ebenso großes Problem der Verlust der Biodiversität ist,

sagt Elisabeth Bischoff von den Grünen im Kreistag. „Wir müssen endlich Lösungen finden, wie diesem Verlust Einhalt geboten werden kann. Ein wichtiger Baustein dafür ist die Wiederherstellung der Seeve als lebendiges, naturnahes Gewässer.“

Die Seeve ist in weiten Teilen FFH-Gebiet. Sie ist eine überregionale Wanderroute und ein bedeutendes Laich- und Aufzuchtgewässer für Wanderfische im Flussgebiet der Elbe. Erst in diesem Jahr wurde für das Gebiet der Seeve aufgrund seiner hohen natürlichen Wertigkeit eine neue Naturschutzgebietsverordnung verabschiedet. Allerdings kann diese ihre Wirkung für die eigentlich durch sie geschützten Fischarten nicht erfüllen, da durch rund ein Dutzend Wehre und Abstürze der Fischaufstieg behindert wird.

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