Containern entkriminalisieren Lüneburg: Detlev Schulz-Hendel: Supermärkte in die Pflicht nehmen

Regelmäßig werden über die Medien Appelle verbreitet, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Den Grünen im niedersächsischen Landtag geht das nicht weit genug. Sie fordern ein Gesetz wie in Frankreich, das den Supermärkten untersagt, genießbare Lebensmittel wegzuwerfen. Der Grüne Landtagsabgeordnete Detlev Schulz-Hendel fordert: „In Frankreich hat das Gesetz, das 2016 beschlossen wurde, dazu geführt, dass 22% mehr Lebensmittel für Bedürftige zur Verfügung stehen. Wie Tschechien und Italien muss auch Deutschland, diesem guten Beispiel folgen.“

Denn jedes Jahr landen in Deutschland über 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel im Müll  wie der WWF in einer aktuellen Studie errechnet hat - das sei ein Drittel des aktuellen Nahrungsmittelverbrauchs. „In Niedersachsen entspricht das einer Fläche von 70.000 Hektar, die mit hohem Energieaufwand und Pestiziden umsonst beackert werden", verdeutlicht Schulz-Hendel. Obwohl Landesagrarministerin Otte-Kinast nicht müde werde, das Thema Lebensmittelverschwendung als ihr persönliches Anliegen darzustellen, hat sie sich zum Antrag der Grünen im Plenum nicht einmal zu Wort gemeldet. „Das ist eine Missachtung des Parlaments“, so Schulz-Hendel.

Von mehr geretteten Lebensmitteln könnte auch die Lüneburger Tafel profitieren: „Die Tafel leistet wertvolle ehrenamtliche Arbeit, indem nicht verwendete Lebensmittel an bedürftige Menschen umverteilt werden. Schon heute unterstützen viele engagierte Unternehmen die Tafel durch Spenden – das kann und sollte durch eine Verpflichtung aber noch ausgeweitet werden“, erklärt Schulz-Hendel.

Zudem fordern die Grünen im Landtag die Entkriminalisierung des sogenannten ‚Containerns‘: „Wir wollen, dass erst gar keine Lebensmittel in den Containern von Supermärkten und lebensmittelproduzierenden Betreiben landen, aber wenn sich Menschen dort bedienen, dürfen sie nicht noch kriminalisiert werden", fordert Schulz-Hendel.

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