GRÜNE setzen sich für Drittkraft in Kindergartengruppen ein Lüneburg: MdL Schulz-Hendel: Wir brauchen wirklich gute Kitas statt Mogelpackung

Die Grünen setzen sich dafür ein, eine dritte Fachkraft in allen Kindergartengruppen verbindlich vorzusehen und vom Land zu finanzieren. Sie haben deshalb einen Entwurf für eine entsprechende Änderung des Kita-Gesetzes gemeinsam mit der FDP in den Landtag eingebracht.

„Die Anforderungen an die Kitas sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Die Kinder bleiben länger in den Kitas und die Erzieherinnen haben zunehmend die Aufgabe, die Familien in ihrer pädagogischen Arbeit zu unterstützen“, erklärte Detlev Schulz-Hendel, Grüner Landtagsabgeordneter für Lüneburg. „Der Betreuungsschlüssel im Kita-Gesetz von 1992 reicht dafür seit langem nicht mehr aus.“

Vor Ort sei die Überlastung der Erzieherinnen und Erzieher deutlich spürbar. „Auch in Harburg erleben wir immer wieder, dass der Krankenstand in den Einrichtungen hoch ist und die Fachkräfte fehlen. Immer wieder stehen Gruppen kurz vor der Schließung, Erzieherinnen und Erzieher steigen aus dem Beruf aus.“ Beim Besuch in der KiTa Kaltenmoor konnte sich der Abgeordnete Schulz-Hendel schon länger davon überzeugen, dass die Aufgaben bei Weitem das leistbare überschreiten. „Es hapert nicht an dem Engagement der Fachkräfte, sondern schlicht an der Ausstattung unserer Einrichtungen“, stellt Schulz-Hendel fest. Deshalb werde seit Jahren von Fachleuten gefordert, dass für maximal 8 Kinder eine Betreuungskraft zur Verfügung stehen solle.

„Dieser Forderung muss das Land endlich gerecht werden. Unser Gesetzentwurf sieht vor, dass in allen Gruppen mit mindestens 17 belegten Plätzen eine dritte Fachkraft vom Land finanziert wird“, erklärt Schulz-Hendel. Er verwies auf eine von Kita-Trägern und -Vertretungen veröffentlichte Erklärung, in der ebenfalls eine dritte Fachkraft für alle Kindergarten-Gruppen gefordert wird: „Auch die freien Träger schlagen Alarm: Es ist an der Zeit für eine dritte Kraft in den Kita-Gruppen.“

Scharfe Kritik übte Schulz-Hendel an der Landesregierung: „Statt die Millionen, die das Land jetzt durch das Gute-Kita-Gesetz vom Bund erhält, für die Finanzierung einer Drittkraft zu nutzen, nimmt sie lediglich Umschichtungen im Haushalt vor, um die Defizite auszugleichen, die durch die Beitragsfreiheit entstanden sind. Somit werden keine spürbaren Qualitätsverbesserungen in den Kitas ankommen.“ Es sei richtig, dass das Land seine Versprechungen endlich einlöse und unsere Gemeinden im Landkreis Landkreis endlich für die Beitragsfreiheit finanziell entlaste: „Viel zu lange warten die Gemeinden bereits auf ihr Geld und sind in Vorleistung gegangen. Die jetzige Verwendung der Bundesmittel wird dem hochtrabenden Namen jedoch nicht gerecht: Aus einem Gute-Kita-Gesetz wird so ein Chancen-verpasst-Gesetz.“

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