Pressestatement Lüneburger Betriebsbesuche bestätigen: Homeoffice benötigt schnellen und konsequenten Breitbandausbau

v.l.n.r. Detlev Schulz-Hendel, Jens Gauthier (Managing Dircetor LAP), Ulrich Blanck © Niklas Kemper

Im Rahmen seiner jährlichen Sommertour war der Grünen Landtagsabgeordneter Detlev Schulz-Hendel, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion in Lüneburg unterwegs und hat unter anderem Securepoint, LAP Laser und die Firma Roy Robson besucht. Für Schulz-Hendel sind diese Besuche immer wieder ein wichtiger Realitycheck, wie sich die Politik im Landtag auf die einzelnen Betriebe und die gesamte Wirtschaft auswirkt, woran es noch mangelt und was aus der Opposition heraus korrigiert werden soll. Natürlich stand dieses Jahr mit den Herausforderungen und Konsequenzen aus der Corona Pandemie ein wesentlicher Focus der Gespräche fest.

Alle Betriebe haben während des Lockdowns verstärkt auf Homeoffice gesetzt und damit im Grundsatz auch positive Erfahrungen gemacht. Fast überall führen die Erfahrungen nun dazu, dass Homeoffice auch nach der Corona Pandemie eine weitaus wichtigere Rolle spielen wird als bisher. Ein Unternehmen hat sogar einen geplanten Erweiterungsbau wieder abgesagt, weil dieser künftig durch die weitere Nutzung von Homeoffice entbehrlich sein wird. Eine große Herausforderung ist dabei der Zugang zu schnellem und leistungsfähigem Internet der leider immer noch nicht überall vorhanden ist. Schulz-Hendel:

„Es kann doch wirklich nicht länger angehen, dass Beschäftigte erst einmal mit dem Auto nach Lüneburg fahren müssen um vernünftig online arbeiten zu können. Minister Althusmann verspricht seit seinem Amtsantritt Verbesserungen, doch es ist bei Ankündigungen geblieben, die digitale Realität gerade in ländlichen Räumen wie auch im Landkreis Lüneburg ist erschreckend. Wir brauchen hier deutlich mehr Kraftanstrengungen, damit gerade klein- und mittelständische Betriebe in ländlichen Räumen nicht zu den Verlierern der zunehmenden Digitalisierung werden. Auf der Bundesebene fehlt immer noch der längst überfällige Rechtsanspruch auf schnelles Internet, wie von uns gefordert. Auch beim öffentlichen Personennahverkehr wünschen sich die Betriebe deutliche Verbesserungen, so brauchen wir insbesondere bei der Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecken von Bleckede nach Lüneburg und von Lüneburg nach Amelinghausen deutlich mehr Tempo.“

 Zum Bestreben der Betriebe dauerhaft mehr Arbeiten im Homeoffice zu etablieren sagt Schulz-Hendel:

„Homeoffice kann ein Beitrag sein, den motorisierenden Individualverkehr zu verringern. Eine Möglichkeit, die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern kostbare Zeit schenkt, die sie heute im Pendelverkehr verbringen. Wir brauchen aber auch klare Regelungen im Rahmen der Mitbestimmung, dass Arbeitnehmer*innen auch im Homeoffice Arbeitszeiten und Pausenzeiten einhalten können. Insofern brauchen wir im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung auch die Anpassung der Arbeitnehmer*innen Rechte sowie der Mitbestimmung. Der Schutz der Arbeitnehmer*innen hat allerhöchste Priorität.“

Die Firmen hatten ganz unterschiedliche Fragestellungen in diesem Rahmen zu bearbeiten und wurden teilweise vor nahezu unlösbare Probleme gestellt. So müssen beispielsweise bei Securepoint, einer Firma die Sicherheitssoftware anbietet, alle Verträge die zwischen Juli und Dezember 2020 auslaufen nun nachträglich auf die jetzt gültige Umsatzsteuer rückgerechnet werden. Da die Firma ausschließlich Firmenkundengeschäft betreibt ist das ein Durchlaufposten, der nur einen erheblichen kostenintensiven Bürokratieaufwand ohne einen Nutzen für Kunden generiert. Dazu Detlev Schulz-Hendel:

„An dieser Stelle hat sich die wohlgemeinte Umsatzsteuersenkung als Rohrkrepierer erwiesen. Es wäre sinnvoll, wenn das Niedersächsische Finanzministerium hier über Ausführungsbestimmungen zeitnah Abhilfe verschafft.

Bei Roy Robson und dem Gespräch mit Heiko Westermann hat sich gezeigt, dass die Branche massive Umsatzeinbrüche zu verzeichnen hat. Schulz-Hendel:

„Wir waren uns einig, dass zusätzliche Sonntagsöffnungen das Problem nicht lösen können. Vielmehr wäre es besser die bestehenden Öffnungszeiten zu nutzen um das Einkaufen wieder zu einem Erlebnis werden zu lassen, zum Beispiel mit kulturellen Aktionen in den Fußgängerzonen und auf Plätzen der Stadt.“

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