IHK lässt Ausbau der B4 als günstigere und umweltverträglichere Alternative unter den Tisch fallen. Schulz-Hendel fordert & Byl: IHK lässt Ausbau der B4 als günstigere und umweltverträglichere Alternative unter den Tisch fallen

Mit einer einseitigen Umfrage will die IHK Wolfsburg-Lüneburg den Anschein erwecken, dass der umstrittene Neubau der A 39 in der Region gewollt ist. Auffallend an der heute (Donnerstag) veröffentlichten Befragung des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der IHK Lüneburg-Wolfsburg ist, dass wichtige Informationen ausgeklammert wurden. „Der vollständige Ausbau der Bundesstraße 4, der sich als Alternative anbietet, weil er viel günstiger und ökologisch sinnvoller als der Neubau der A39 ist, war überhaupt nicht Gegenstand der Befragung“, kritisiert der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag Detlev Schulz-Hendel. "Ich bin überzeugt, dass wir mit mehr Informationen über die Alternative zu immer neuem Beton und weiterer Landschaftszerstörung die große Mehrheit der Menschen überzeugen können."

Die starke Bewegung für mehr Klimaschutz und den ökologischen Umbau zeige sich seit drei Jahren kontinuierlich auf der Straße, in der Wissenschaft und in der Politik. Diese Stimmen als „laute Minderheit“ abzutun lasse vermuten, dass die IHK mit ihren Deutungen nicht auf der Höhe der Zeit sei und die Verantwortung aller gesellschaftlichen Gruppen beim Thema Klimaschutz vernachlässige. "Bei den Protesten handelt es sich um verantwortungsbewusste Menschen, die friedlich für eine lebenswerte Welt eintreten. Gerade Jüngere engagieren sich im Rahmen der Fridays-for-Future-Bewegung zu Recht dafür, dass sie auch in Zukunft in Freiheit leben können. Sie weigern sich, die Lasten zu tragen, die heute durch politische Fehlentscheidungen ihnen in der Zukunft aufgebürdet werden", so Imke Byl, klimapolitische Sprecherin der Grünen im Landtag. 

„Gerade im Verkehrssektor sind in den letzten Jahren kaum Fortschritte mit Blick auf die Klimaziele gemacht worden. Offensichtlich haben CDU und SPD auch gar nicht den Willen, hier endlich die nötige Reduktion der klimaschädlichen Emissionen voranzubringen und damit europäische Klimaschutzverpflichtungen einzuhalten.  Statt in teure neue Autobahnen muss endlich mehr Geld in eine Mobilitätswende fließen, die die Alternativen stärkt. Durch den zusätzlichen Flächenverbrauch werden die Bodenpreise außerdem weiter in die Höhe getrieben. Wir Grüne wollen alle nicht im Bau befindlichen Autobahn-Abschnitte einer Klima-, Umwelt- und Bedarfsprüfung unterziehen. Dazu zählt auch der Neubau der A 39."

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