Statement Verlinden & Schulz-Hendel: VW muss Konzernumbau beschleunigen

In einem offenen Brief fordert der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace Roland Hipp den Volkswagen-Konzern auf, die Entwicklung einer neuen Plattform für Verbrenner zu stoppen und sich zu einem Mobilitätsdienstleister weiterzuentwickeln. Zur Konzernstrategie von VW erklären die niedersächsischen Abgeordneten Julia Verlinden und Detlev Schulz-Hendel.

Julia Verlinden, grüne Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Energiepolitik:

„Fünf EU-Staaten und Großbritannien haben bereits ein Verbot für die Neuzulassung von Verbrennerfahrzeugen ab 2030 beschlossen, weitere werden folgen. Und selbst die Internationale Energieagentur IEA hat kürzlich den Stopp von Erschließungen neuer Öl- und Gasfelder gefordert. Das alles sind klare Signale für die Dringlichkeit beim Klimaschutz. Milliardeninvestitionen in eine neue Plattform für Verbrennerfahrzeuge können sich vor diesem Hintergrund schneller als gedacht als Fehlinvestitionen herausstellen. VW sollte den angestoßenen Konzernumbau hin zu Nachhaltigkeit und Elektromobilität jetzt noch einmal beschleunigen, statt weiter auf neue Verbrennungsmotoren zu setzen. Nur wenn VW seine Ressourcen in den Ausbau der Elektromobilität und die Entwicklung neuer, klimagerechter Geschäftsfelder steckt, können wertvolle Arbeitsplätze in Niedersachsen und international dauerhaft gesichert werden. Und nur gemeinsam mit Unternehmen, die mutig vorangehen, kann die Klimawende weltweit gelingen.“

Detlev Schulz-Hendel, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag:

"Eine neue Plattform für Verbrenner bedeutet die Verlängerung des fossilen Zeitalters. So eine Entscheidung ist nicht nur aus Klimaschutzgründen kurzsichtig. Es geht auch zu Lasten der Beschäftigten, wenn VW auf alte Technologien statt auf Fortschritt setzt, zumal andere Länder und Konzerne längst neue Wege gehen. Das derzeitige VW-Ziel, bis 2030 rund 60 Prozent der Fahrzeugflotte auf E-Antrieb umzustellen, ist nicht ambitioniert genug und steht einem schnellstmöglichen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor entgegen. Gerade die Automobilindustrie steht beim Klimaschutz in besonderer Verantwortung. Ich erwarte, dass die politischen Vertreter im VW-Aufsichtsrat Ministerpräsident Weil und Wirtschaftsminister Althusmann die richtigen politischen Impulse in den Konzern transportieren, damit VW auch künftig durch innovative Geschäftsbereiche wettbewerbsfähig bleibt und den Anschluss nicht verpasst."

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