Kleine Anfrage:Strukturwandel in der deutschen Automobilwirtschaft: Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Zulieferbetriebe und Geschäftsmodelle in Niedersachsen
Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik weisen immer wieder darauf hin, dass sich der Umbruch in der Automobilindustrie hin zur Elektromobilität massiv auf den Arbeitsmarkt auswirken würde. So soll beispielsweise der Motor eines E-Autos wesentlich einfacher und mit weniger Fachkräfteaufwand als ein Verbrennungsmotor zu produzieren sein. In der Folge der Mobilitäts- und Antriebswende würden bei den Autoherstellern und den Zulieferbetrieben Hunderttausende Arbeitsplätze wegfallen. Das Münchner ifo-Institut prognostiziert beispielsweise für das Jahr 2030 einen Verlust von über 600 000 Arbeitsplätzen. Laut ifo hängen 16 % aller Industriearbeitsplätze von der Autoindustrie ab (u. a. NWZ 12.04.2019, Handelsblatt 18.07.2017). In Niedersachsen warnt Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, dass die EU-Vorgaben für CO2-Emissionen Tausende Arbeitsplätze in Niedersachsen bedrohten (Die Welt, 19.01.2019). Der Minister spricht von 250 000 Arbeitsplätzen, die in Niedersachsen abhängig von der Autoproduktion seien - 100 000 Jobs bei VW und dann noch einmal „150 000 Jobs in der Zuliefererindustrie“ (HNA 20.01.2019). Für einen möglichst sanften Übergang von der alten zur neuen, umweltschonenden Technik und zu neuen Mobilitätsangeboten ist es aber nötig, frühzeitig zu wissen, welche und wie viele Arbeitsplätze genau von dem Strukturwandel betroffen sein könnten.