Statement:Schulz-Hendel: Abgespaced: Weltraumbahnhof in der Nordsee bedroht Naturschutzgebiete
Laut Medienberichten plant der Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI) bereits im Herbst 2020 „gemeinsam mit Schiffsbauunternehmen ein Konzept für einen Startplatz von Miniraketen“ in der Nordsee. Dazu erklärt Detlev Schulz-Hendel, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion: „..."
Detlev Schulz-Hendel, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion:
Raketenkrach sowie Treibstoffwolken dürften kaum mit dem Klima- und Umweltschutz vereinbar sein. Die Zone in der Nordsee, wo der Weltraumbahnhof nach Vorstellung des Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) liegen sollte, umfasst drei große sensible Naturschutzgebiete, dessen Ökosystem schützenswert ist. Insofern erwarten wir von der Landesregierung bei allen wirtschaftlichen Verlockungen eine kritische Bewertung und eine Absage an die Pläne des BDI und des Bundeswirtschaftsministerium. Die Einhaltung der Klimaziele haben höchste Priorität. Gleichzeitig ist es aus europäischer Sicht unverständlich, warum es neben dem Raumfahrtzentrum Guayana einen weiteren Bedarf für einen europäischen Weltraumbahnhof gibt. Wirtschaftspolitik darf sich nicht ausschließlich von der Aussicht auf fragwürdige Wertschöpfung leiten lassen. Um Niedersachsens Wirtschaft für die Zukunft zu rüsten, brauchen wir eine durchgängige sozial-ökologische Ausrichtung bei allen wirtschaftlichen Überlegungen. Das gilt dann umso mehr auch für die Pläne eines Weltraumbahnhof am Nordseestandort. Wirtschaftspolitik ohne sozial-ökologische Ausrichtung ist nicht zukunftsfähig.